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18.09.2017

Fahrt nach Taizé mit den Firmlingen

Taizé-Fahrt mit der KFJ Taunus über Pfingsten vom 2.6. - 5.6.2017

Endlich war es soweit: für die Firmlinge und anderen Interessierten der katholischen Kirchengemeinde St. Martin Idsteiner Land ging es früh morgens zum Main-Taunus-Zentrum, wo der Bus nach Taizé abfuhr. Zusammen mit den TeamerInnen der Katholischen Fachstelle Taunus (KFJ) und anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Gruppenleitern aus dem Hoch- und Untertaunus setzte sich der Bus pünktlich in Bewegung.
Der erste Stop auf dem Weg nach Frankreich war an der Autobahnraststätte Baden-Baden, wo sich eine wunderschöne Autobahnkirche befindet. Dort fand nach einer kurzen Frühstückspause eine kleine Andacht statt, die alle TeilnehmerInnen auf das Wochenende in Taizé einstimmen sollte. Anschließend gab es ein Kennlernspiel in Kleingruppen, damit sich alle Gäste aus den verschiedenen Bezirken einmal beschnuppern konnten.
Nach ca. neun Stunden problemloser Busfahrt kamen wir im kleinen burgundischen Dorf Taizé an, wo zunächst die Zimmereinteilung erfolgte und wir von Freiwilligen vor Ort eine kurze Einweisung bekamen. Nach dem für Taizé typischen Abendessen, das aus Brot, Käse und etwas Warmen bestand, konnten wir unsere Baracke beziehen und uns mit den einfachen Einrichtungen vertraut machen.
Wenig später ging es zum Abendgebet in die Versöhnungskirche: ein großer Kirchenraum ohne Bestuhlung, viele junge Menschen, die auf dem Boden sitzen und ca. 100 weiß gekleidete, evangelische und katholische Brüder der Communauté aus über 30 Ländern, die im Mittelgang knien. Im Mittelpunkt des Gebets stehen die meditativen, sich oft wiederholenden Gesänge in verschiedenen Sprachen, ein Bibeltext, eine längere Zeit der Stille und ein Gebet für alle Völker der Erde. Die Woche in Taizé ist der Karwoche nachempfunden. Daher steht der Freitag ganz im Zeichen des Karfreitags und so findet im Abendgebet auch die Kreuzanbetung statt.
Auffällig ist, dass die Ein- und Ausgänge der Versöhnungskirche vom französischen Militär bewacht werden. Doch dies scheint die BesucherInnen wenig zu beunruhigen - ganz im Gegenteil: viele gingen offen auf die Soldaten zu und suchten das Gespräch mit diesen.
Der nächste Tag begann mit dem Morgengebet und einer Eucharistie-Feier. Danach gab es das typische Taizé-Frühstück: Brötchen, Schokoladenriegel, Butter und Kakao oder Tee. Zu jeder Mahlzeit bildet sich im Freien eine lange Schlange junger Menschen, die sich aufgeschlossen und gut gelaunt austauschen und geduldig auf ihr Essen warten. So wie die Essenausgabe werden auch alle anderen Dienste in Taizé von Freiwilligen geleistet, durch die der Aufenthalt unkompliziert gewährleistet ist.
Nach dem Frühstück stand die Bibeleinführung mit Texten durch Frère Timothée auf dem Programm. In einer sehr lockeren Atmosphäre war er bemüht, dass alle ihn verstehen, so dass die Einführung parallel in Deutsch, Österreichisch, Französisch und Englisch stattfand. Im Anschluss kamen wir in Kleingruppen zusammen, um über einige Fragen, welche wir als Impuls mitbekamen, zu sprechen und uns auszutauschen.
Den verregneten Nachmittag nutzten wir zu Gesprächen und Thementreffen in den großen Zelten und in Gruppenräumen sowie zum Einüben der Gesänge in der Kirche.
Am Abend fand die Nacht der Lichter, mein persönliches Highlight der Zeit in Taizé statt. Alle BesucherInnen bekommen am Eingang eine Kerze (welche nach einiger Zeit aus Sicherheitsgründen von selbst ausgeht) und gehen in die relativ dunkle Kirche. Im Laufe des Gottesdienstes werden diese, wie in der Osternacht auch, durch Kinder entzündet und das Licht wird weitergegeben. Für mich immer wieder ein absoluter Gänsehautmoment. Die Stimmung ist immer sehr fröhlich und man kann die Freude über die Auferstehung förmlich spüren.
Der Sonntag begann mit dem Frühstück und anschließend stand der Sonntags-Gottesdienst auf dem Plan, zu dem ein Pfarrer nach Taizé kommt, um mit den Brüdern und den BesucherInnen aus dem Dorf die heilige Messe zu feiern. Dennoch dürfen die typischen Taizé-Gesänge auch hier nicht fehlen.
Am freien Nachmittag erkundeten wir zusammen mit unseren BetreuerInnen aus der Pfarrei die Umgebung. So machten wir bei gutem sommerlichem Wetter erst einen Spaziergang durch die malerische Landschaft ins Nachbardorf nach Ameugny. Hier liefen wir durch die gemütlichen Dorfstraßen zum Friedhof, wo wir die schöne Aussicht über die Landschaft des Burgunds genossen und zur Dorfkirche, in der wir die gute Akustik mit spontanen Taizégesängen ausprobierten. Besonders gut gefielen uns die etwas verwilderten Gärten mit einer schönen Blütenpracht. Auf dem Rückweg sind wir noch zum „See der Stille“ gelaufen, welcher zu dem Gelände der Communauté gehört. Dieser liegt mitten im Wald und ist wirklich ein Ort der Ruhe und Erholung.
Danach nutzen wir die Zeit, um in der Exposition noch einige Andenken an die Fahrt wie die typischen Taizé-Kreuze zu kaufen.
Am Montag ging es nach dem Morgengebet mit dem Frühstück wieder in den Bus und zurück Richtung Deutschland.
Es war ein sehr erholsames und stimmungsvolles Wochenende, wenn auch ein wenig zu kurz, um das Taizé-Gefühl richtig auskosten und genießen zu können.
Christin Leichtfuß


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