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26.06.2017

Mit Gottvertrauen in die Zukunft

Festgottesdienst zur Gründung St. Martin Idsteiner Land

 

 

Mit einem Festgottesdienst in der prall gefüllten Idsteiner St. Martin-Kirche feierten die Gläubigen der bisher selbstständigen sechs katholischen Gemeinden von Idstein, Niedernhausen und Waldems am Sonntag die Gründung der "Pfarrei neuen Typs" St. Martin Idsteiner Land.

In Gegenwart des Generalvikars des Bistums Limburg, Wolfgang Rösch, wurde der Idsteiner Pfarrer Kirsten Brast während des Gottesdienstes zum Pfarrer der neuen Großpfarrei mit mehr als 12.000 Gläubigen ernannt. Bereits zum 1. Januar 2017 waren die sechs früheren Pfarreien aufgehoben und in der neuen Pfarrei zusammengeführt worden.

Patricia Goldstein-Egger, die Vorsitzende des ebenfalls neu konstituierten Pfarrgemeinderats, dem je zwei gewählte Mitglieder aus den sechs Alt-Pfarreien angehören, zeigte sich am Ende des Gottesdienstes "sehr erleichtert". Der drei Jahre lang dauernde Pfarreiwerdungsprozess sei "kein leichter Weg" gewesen, gestand Goldstein-Egger. Es habe "Auf- und Abstiege" gegeben und hin und wieder sei man auch "vom Weg abgekommen". Zudem gebe es in den Gemeinden viele Menschen, die "mit viel Sorge" auf die Zukunft mancher "Kirchorte" sähen, wie die bisherigen Pfarreien künftig heißen. Die Vergangenheit habe jedoch gezeigt, dass die Kirche sich immer wieder verändert habe und auch künftig verändern werde, so die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. "Wir brauchen Gottvertrauen - dann wird uns auch in der Zukunft einiges gelingen", zeigte sie sich überzeigt.

In seiner Predigt warf Generalvikar Wolfgang Rösch einen Blick auf die aktuellen politischen Umwälzungen und setzte sie in Bezug zum Evangelium des Sonntags. "Wir leben in einer Zeit mit Umbrüchen, wie wir sie lange nicht mehr hatten", sagte Rösch. Dies erzeuge bei vielen Gläubigen Verunsicherung und das Gefühl "Wir machen das Licht aus". Im Matthäus-Evangelium gebe Jesus Christus seinen Jüngern aber mit auf den Weg: "Ihr seid das Licht der Welt." Die Christen sollten nicht im Dunkel, sondern "im Licht" leben. "So soll euer Licht vor den Menschen leuchten", rief Rösch den Gläubigen ermunternd den Wortlaut des Evangeliums in Erinnerung. Mit Blick auf die neue Pfarreistruktur appellierte der Stellvertreter des Limburger Bischofs, die durch die Veränderungen entstandene Verunsicherung als eine Chance zu sehen. "Ich wünsche uns allen Vertrauen in den, um den es letztlich geht, wegen dem wir zusammen sind", sagte Rösch. Wenn die Christen aus dem Geist dessen lebten, der von sich gesagt habe: "Ich bin das Licht der Welt", hätten sie auch "die Kraft, aus dem Glauben heraus Gesellschaft zu gestalten".

Zum Zeichen für dieses Licht entzündeten Vertreter der sechs Kirchorte in der neuen Pfarrei bei den anschließenden Fürbitten jeweils eine Kerze.

Stefan Thissen

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