Caritas

Haben vielleicht auch Sie die Erfahrung gemacht, dass Jesus ihr Leben angerührt hat, dass sie manchmal ergriffen sind von der Liebe Gottes zu uns Menschen, die sich uns in Jesus gezeigt hat? Ich hoffe es, denn dann könnte es Ihnen ein Bedürfnis sein, sich in der Gemeindecaritas zu engagieren. Doch auch wenn Ihre Gottesbeziehung anders ist, verspüren Sie vielleicht den Wunsch, etwas von der Liebe, die sie selbst von Gott geschenkt bekommen haben, an andere weiter zu geben.

Papst Benedikt hat einmal gesagt, dass die organisierte Caritas ein „opus proprium“, eine „ureigenste Aufgabe“ der Kirche und ein „unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst“ und die Liebe Gottes  Herzschlag der Kirche und somit Dreh- und Angelpunkt der Caritas sei. Aus dieser Haltung heraus, versuchen wir uns in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land für Menschen einzusetzen, die benachteiligt, ausgeschlossen, arm oder einsam sind.
Da sich die Menschen heute nicht mehr unbedingt in den kirchlichen Räumen aufhalten, muss es in Zukunft unser Anliegen sein, in die Lebensräume der Menschen zu gehen und die Themen der Menschen vor Ort zu erkunden. Sozialraumanalysen sollen helfen, die Nöte und Sorgen der Menschen zu erfahren und die Ressourcen des Sozialraums kennen zu lernen.


Dienst am Nächsten

Besuchdienste

Die Besuchsdienste unserer Gemeindecaritas haben Menschen im Blick, die einsam und/oder krank sind 

... mehr ...


Die Liebe Christi drängt uns (2 Kor 5,14). „Die Erfahrung der Liebe Gottes drängt den Christen, auch anderen diese Liebe erfahrbar zu machen“ (Missionarischer Dienst an der Welt, Synodenbeschluss, S.823, I.1.1). Caritas als die umfassende Bezeichnung für den Liebesdienst der Kirche, ist somit nicht nur die Erfüllung des Gebots der Nächstenliebe, sondern zu allererst Antwort des Menschen auf das Geschenk der Liebe durch Gott.

 

Gemeindecaritas heute

Unsere Antwort auf Gottes Liebe drückt sich im caritativen Dienst aus. Dieser greift Formen von Armut, Unfrieden, Bildungsmangel, Ungerechtigkeit, Einsamkeit, Krankheit, Trauer und Benachteiligung auf und setzt sich für deren Überwindung ein. Die Pfarrei, die Verbände, die Einrichtungen der verbandlichen Caritas sowie andere caritative Einrichtungen und Dienste bilden mit ihrem vielfältigen caritativen Engagement ein Netzwerk der helfenden Hände in unserer Gesellschaft. Sie geben Zeugnis von einer diakonischen Kirche, die in der Nachfolge Jesu nah bei den Menschen ist.


Kirche hat eine besondere Option für die Armen und Schwachen in der Gesellschaft. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan“(Mt 25,40).
Caritas ist nahe am Menschen und deshalb möglichst vor Ort aktiv und wird in der Pfarrei verantwortet.

Aus diesem Verständnis heraus setzt sich Gemeindecaritas für folgende Ziele ein:

  • Die Liebe Gottes zu uns Menschen, insbesondere zu den Armen und Schwachen sichtbar machen.
  • Die Not der Menschen im Sozialraum wahrnehmen und gemeinsam mit den Betroffenen verändernd tätig werden.
  • Anwaltschaftlich Armut, Ungerechtigkeit und soziale Missstände aufdecken und sich für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse einsetzen.

Wir sind dabei, eine Pastoral zu entwickeln, die sich am Konzept der Sozialraumorientierung (*1 und *2)  ausrichtet und „Caritas“ und „Pastoral“ im Lebensraum der Menschen verbindet.
Sozialraumorientierte Pastoral orientiert sich an folgenden Arbeitsprinzipien:

  1. Ausrichtung am Willen und den Interessen der Menschen
    Dieser Wille - verstanden als Kraftquelle für Aktivitäten zur Gestaltung des eigenen Lebens – ist zu erkunden und so einzusetzen, dass Menschen ihr Leben eigenständig gestalten können.
  2. Unterstützung von Eigeninitiative und Selbsthilfe
    Diese zielt darauf ab, Menschen zu unterstützen ihre eigenen Möglichkeiten zu entdecken und zu bestärken, damit sie die Ziele erreichen, die für sie wichtig sind.
  3. Konzentration auf die Ressourcen der Menschen und des Sozialraums
    Eine konsequente Orientierung an den Stärken – und nicht an den Defiziten – der Menschen und der im Sozialraum vorhandenen Möglichkeiten unterschiedlichster Art, eröffnet eine wertschätzende, partnerschaftliche Art des Umgangs miteinander.
  4. Zielgruppen- und bereichsübergreifende Sichtweise
    Eine positive und ganzheitliche Sicht auf den Menschen ist notwendig, um den nur auf eine Zielgruppe oder einen bestimmten Bereich begrenzten Blick zu weiten und den Kontext zu berücksichtigen, in dem diese stehen.

*1
Der Begriff Sozialraum bezeichnet einen geographisch abgrenzbaren Raum, der sich von anderen umliegenden Räumen durch sozialstrukturelle Merkmale und durch die Lebensbedingungen der in ihm lebenden sozialen Gruppen unterscheidet und von diesen Gruppen als Beziehungswelt und Identifikationsraum wahrgenommen wird. (Leitfaden Sozialraumorientierung, Caritasverband für die Stadt Köln, 2007).

*2
Sozialraumorientierung als Fachkonzept der Sozialen Arbeit „ist eine Leitidee, eine Haltung und Perspektive für sämtliche Felder der Caritasarbeit und zugleich eine sozial- und fachpolitische Positionierung. Es geht darum, Menschen in diesem konkreten Umfeld zu unterstützen, für die Verbesserung der Lebensqualität einzutreten, sich für den Zusammenhalt der Menschen zu engagieren und so den Sozialraum zu einem lebenswerten Ort zu entwickeln.“ (zit. nach Nikles: in Stefan Bestmann, Konzept Sozialraumorientierung – damit drin ist was draufsteht, in neue caritas 20/2010)

Koordination, Kooperation und Vernetzung

Kirche präsentiert sich als „vernetzte Kirche im Sozialraum“. Alle kirchlich-caritativen Akteure suchen die Zusammenarbeit mit Einrichtungen, Initiativen und Menschen guten Willens, die sich im Interesse der Menschen einsetzen. Eine gut abgestimmte Zusammenarbeit aller Beteiligten ist hierfür eine wesentliche Voraussetzung.

Neuausrichtung der Gemeindecaritas

Eine Neuausrichtung der Gemeindecaritas in den Lebensräumen der Menschen ist notwendig und führt zu einem Perspektivwechsel, hin zu einem pastoral-caritativem Wirken der gesamten Pfarrei – nach Möglichkeit in ökumenischer Zusammenarbeit - verbunden mit einem missionarischen Aufbruch.
Gemeindecaritas ist in ihrem Engagement und in ihrer Kooperation offen für alle und übersteigt somit die Grenzen von Gemeinden und Pfarreien. Durch sie wird Kirche in der Gesellschaft lebendig.

Charismenorientiertes Ehrenamt

Im Blick auf die personellen Ressourcen und den Wandel des Ehrenamts sollen Projekte gefördert werden, die zeitlich begrenzt und an den Charismen der Menschen orientiert sind.
Jeder und Jede, die sich im Bereich Caritas engagieren möchte oder sich über laufende Projekte informieren möchte, melde sich bitte bei Gemeindereferentin Martina Jüstel per Mail oder 06126/951912

Kontakt

Katholische Pfarrgemeinde
St. Martin Idsteiner Land
Wiesbadener Straße 21
65510 Idstein

Tel.: 06126  95 19 0
Fax: 06126  95 19 25
pfarrei(at)katholisch-idsteinerland.de

Kleiner Pfarrbrief 

Großer Pfarrbrief